Leseprobe


Die Höhlenforscher


Matti nahm die Höhle genauer in Augenschein.Von einer Seitenwand drang zusätzliches Licht in die Höhle. »Max? Sieh mal, da drüben scheint eine Öffnung zu sein. Ich glaube, die Höhle geht noch weiter.«

   Schnell stand Max neben seinem Freund und sah sich die Stelle an der Wand genauer an. »Stimmt, da ist ein Durchgang«, sagte er und verschwand schon darin.

   Matti folgte ihm und zog den Kopf ein. Kurz mussten die Freunde in gebückter Haltung gehen, bevor sie die nächste Höhle erreichten. Sie war geräumiger als die erste und öffnete sich zum Meer hin mit einer großen Fläche unter freiem Himmel.
   »Wow, was für eine tolle Höhle!«, rief Max begeistert, während er sich umsah, »die hätte ich auch genommen.«

   »Ja, nicht schlecht, Herr Specht«, stimmte ihm Matti zu, »und schau mal, sogar Bilder an den Wänden gibt es hier.« Er zeigte auf eine Wand, die in verschiedene Farben getaucht war. Im Laufe der Jahre waren diese verblasst, und doch war deutlich ein Bild zu erkennen.

   »Eine Blume? Aus welchem Grund malt man am Meer ausgerechnet eine Blume an die Wand? Es gibt doch viel spannendere Motive«, sagte Max erstaunt.

   Matti, dessen Haare durch den Staub in der Höhle fast grau aussahen, betrachtete nachdenklich das Bild. »Dieser merkwürdige Frank von gestern Abend, der hatte doch auch so eine Blume auf dem T-Shirt. Er behauptete sogar, er sei ein Blumenkind.«

   »Meinst du, Frank hat die Blume hier an die Wand gemalt?«, fragte Max. »Die Farben sind allerdings schon ziemlich ausgeblichen. Muss schon ein Weilchen her sein, dass jemand das gemalt hat.«
   Matti kicherte. »Na ja, so jung sah der Typ auch nicht mehr aus, oder? Ich wüsste zu gern, ob es hier noch weitere Bilder gibt.«

   Neugierig schaute er sich um. Der hintere Teil der Höhle lag fast im Dunklen. Die Farben am Sandstein waren hier nur bei genauem Hinsehen erkennbar. Matti ging näher an die Mauer, dann machte er ein paar Schritte zurück und hoffte ein Muster erkennen zu können. Doch was war das? Völlig unerwartet ging sein Schritt ins Leere.

   Als er die Augen wieder öffnete, sah er, wie Max besorgt zu ihm herunterschaute. »Mensch Matti! Alles okay?« Matti, dem seine Tollpatschigkeit peinlich war, nickte ihm nur stumm zu. Der Schreck saß ihm in den Gliedern.

   »So wie es aussieht, bist du in ein steinernes Grab gefallen. Wenn ich mich richtig erinnere, benutzten die Römer die Höhlen als Grabstätte. Die Größe und
Form des Loches passen auf jeden Fall. Hast du ein Glück, dass es nicht tiefer ist.«
   Matti schaute Max erschrocken an.
   »Keine Angst, Matti. Neben dir liegt zwar einiges an Geröll, aber Knochen sehe ich keine«, bemerkte Max grinsend.
   »Na, da bin ich ja beruhigt!« Matti stand etwas wackelig auf den Beinen wieder auf. Er klopfte sich den Staub ab. Sein Blick fiel auf etwas Glänzendes, das zwischen den Steinen zu seinen Füßen lag. Vorsichtig zog er daran. Es saß fest.

   »Max, schau mal, da steckt etwas zwischen den Steinen! Ich kann es aber keinen Millimeter herausziehen.«
   Max sprang vorsichtig zu Matti in die Grube. Gemeinsam gelang es den Jungen, das glänzende Objekt zu lockern. Kurz darauf hielten sie es in den Händen.

 


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Matti und Max - Die Höhlenforscher